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Ursula Gilewski

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Arbeitsweisen der Aufglasurmalerei

Im Unterschied zu dem meist bedruckten Porzellan, ist die Handmalerei eine aufwendige Technik, die viel Zeit und Erfahrung erfordert.

Weisses, fertig gebranntes Porzellan wird mit keramischen Farben bemalt und bei ca. 780 bis 880 Grad C gebrannt. Keramischen Farben bestehen aus Metalloxyden und Fritten. Beim Brennen schmelzen die Farben und verbinden sich mit der Glasur des Porzellans. Da sich die Farben bei so hohen Brenntemperaturen veraendern, ist ein genaues Wissen der Farbveraenderung für eine gute Malerei erforderlich.

Verschiedene Dekore benoetigen verschiedene Arbeitsweisen

Klassische Blumenmalerei:

Die Farbe wird mit dem Pinsel aufgetragen. Die Strichrichtung ist dabei sehr entscheidend, da sie immer zu sehen ist. Es wird deshalb immer in Wuchsrichtung der Blumen gemalt. Nach einer Zwischentrocknung werden die Schatten und dunkleren Toene auf die trockene Farbschicht gemalt. Die Farbschichten verbinden sich, deshalb lassen sich Fehler nur mit der unteren Schicht zusammen entfernen.

Eine zu dicke Farbschicht ergibt Spannungen und Abplatzungen waehrend des Brandes, deshalb werden duenne Farbschichten uebereinander gelegt. Oft ist noch eine dritte Farblasur noetig, die nach einer weiteren Trocknung erfolgt.

Das Porzellanteil wird dann bei 780-880 Grad C gebrannt. Die Brenntemperatur richtet sich nach den verwendeten Farben und dem Porzellan. Edelmetallverzierungen wie Gold, Silber oder Platin werden nach dem Brand aufgetragen und erhalten einen weiteren Brand bei etwas geringerer Temperatur.

Bei der Hobbymalerei, wo oft Korrekturen erforderlich sind, wird nach jedem Farbauftrag gebrannt. Nicht gelungene Malerei kann so leicht entfernt werden.

Diffusionstechnik (aquarellartig):

Bei dieser Technik werden mehrere sehr duenne Farbschichten uebereinander gelegt und immer wieder zwischengebrannt. Da die untere Farbschicht durchscheint, werden besonders interessante Farbnuancen erreicht. Manche Malereien erhalten bis zu zehn Braende.

Federzeichnung:

Zu der Gruppe Federzeichnung zaehlt z.B. Indischmalerei und Jugendstil, Wappen, Schriften und Stahlstichtechnik. Die Motive werden mit der Feder sehr duenn und schwungvoll vorgezeichnet und mit dem Pinsel ausgemalt.

 

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